Dieses Jahr habe ich meinen ersten richtigen Gemüsegarten angelegt und bin auch dabei geblieben, ihn zu bewirtschaften. Es war mein zweiter Versuch, der erste im Schrebergarten wollte nicht so recht funktionieren, da mein Mann und ich ziemlich bequem sind und am liebsten nur zur Hintertür raus wollen um im Garten zu stehen. Es war praktisch aus den Augen, aus dem Sinn. Im letzten Jahr sind wir von der Stadt aufs Dorf gezogen und glücklicherweise haben wir einen schönen Platz für unser Gemüse direkt hinter dem Haus gefunden.

Mit großer Vorfreude habe ich mich also im vergangenen Winter daran gemacht, meinen Wunschgarten 2018 zu planen – und planen ist etwas, das ich ja abgöttisch liebe. Für dich habe ich daher zusammengestellt, wie du am besten vorgehst, wenn du deinen eigenen Gemüsegarten anlegen willst. Eigentlich ist es ganz einfach und vielmehr als Spaten, Hacke, Harke, Eimer, Gießkanne, Handschuhe, Schere und einen Plan brauchst du auch am Anfang noch nicht.

Wo willst du gärtnern?

Hast du ein Grundstück, wo du dein Beet anlegen willst? Oder beginnst du klein auf der Fensterbank oder dem Balkon? Der Standort für dein Gemüse ist wichtig, denn deine Pflanzen benötigen ausreichend Licht am Tag um gut wachsen zu können.

Unser Beet

Welche Pflanzen sollen es sein?

Als erstes solltest du damit beginnen aufzulisten, welche Gemüsesorten du am liebsten isst und welche du gern in deinem Garten haben möchtest. Recht schnell hast du bestimmt so wie ich viele Pflanzen auf deiner Wunschliste stehen. Nimm dir ruhig etwas Zeit und informiere dich zu den einzelnen Sorten, damit du herausfindest welche Bedürfnisse sie haben.

Ich hatte wie immer etwas überschwänglich geplant und am Ende sechsundzwanzig Wunschpflanzen auf meiner Liste stehen. Durch den eingeschränkten Platz, die weise Voraussicht meines Mannes und meine Schwangerschaft wurden es dann doch schnell weniger Pflanzen. Letzten Endes sind dreizehn verschiedene Gemüsesorten im Garten gelandet. Also wie du sehen kannst, beginne am besten etwas kleiner, vor allem wenn du wie ich noch kaum Erfahrung hast. Zu viel wird dich recht schnell überfordern und du hast keine Lust mehr.

Auf welcher Fläche willst du pflanzen, wenn du ein Beet anlegst? Schau dir deine Pflanzen an und wie viel Platz sie benötigen um gesund wachsen zu können. Dazu rate ich dir, eine Übersicht auf Papier anzulegen. Das hat mir sehr geholfen, ausreichend Platz einzuplanen und die richtigen Beetpartner auszuwählen.

Beachte die Anbaubedingungen, regionale Unterschiede können das Wachstum bestimmter Pflanzen fördern oder hindern. Plane gleich einen Komposthaufen mit ein, du wirst froh darüber sein. Wichtig ist auch, dass du den Fruchtwechsel bedenkst, damit im Folgejahr keine Krankheiten und Schädlinge auftauchen und sich der Boden erholen kann.

Der richtige Boden

Gute gesunde Erde ist die Basis für einen ertragreichen Garten. Schaue nach der Farbe deines Bodens, ist sie sehr dunkel, beinhaltet die Erde viel organisches Material. Die beste Konsistenz deines Bodens ist lehmig, sie sollte krümlig, luftig und leicht sein. Du kannst es fühlen, wenn du eine Handvoll Erde nimmst und sie mit Wasser befeuchtest, sodass du einen Ball formen kannst. Drückst du den Ball zusammen, sollte er Stück für Stück zerbrechen. Daran erkennst du gute Erde.

Deinen Boden kannst du aber immer noch verbessern, wenn er nicht deinen Anforderungen entspricht. Dazu kannst du Kompost und Mist unterarbeiten. Dies versorgt den Boden mit Nährstoffen und verbessert seine Struktur.  Damit beginnst du idealerweise im Herbst oder spätestens im Frühjahr, wenigstens zwei Wochen bevor du aussäst, damit sich der Boden setzen kann und die Mikroorganismen ihre Arbeit beginnen können.

Wann solltest du aussäen?

Wenn du wie ich bist, juckt es dir bei der Planung schon gewaltig in den Fingern, aber ich empfehle dir, starte nicht zu früh in dein Gartenjahr.

Ostern 2018

Bei uns hat es an Ostern Anfang April noch vierzig Zentimeter Schnee gegeben, das hätten die Sämlinge und Jungpflanzen kaum verkraftet. Außerdem sind die Tage noch zu kurz und es gibt nicht genügend Licht. Die Folge davon sind dann lange dünne Pflänzchen, die wenig Ertrag bringen.

 

Am besten ist es, die Eisheiligen im Mai abzuwarten und anschließend im Freien zu säen und pflanzen. Falls du aber ungeduldig bist, schaust du welche Pflanzen deiner Wunschliste du im Haus vorziehen kannst. Kaufst du dir Saatgut im Handel, steht es meist auf der Rückseite der Tütchen, wann die beste Zeit ist um die jeweiligen Pflanzen auszusäen.

Gepflanztes gießen

Direkt nach der Aussaat ist es wichtig, das Saatgut kräftig anzugießen. Richte dich ansonsten nach dem Wasserbedarf der einzelnen Pflanzen. Ist der Sommer heiß und trocken, rate ich dir mindestens alle zwei bis drei Tage, wenn nicht gar jeden Tag zu wässern, damit deine Pflanzen nicht vertrocknen. Aber pass auf, dass du nicht zu viel gießt, bildet sich Staunässe, können die Wurzeln faulen.

Gartenpflege

Ist dein Beet direkt vor der Tür, macht es die tägliche Pflege einfacher. Kontrolliere regelmäßig, ob die Erde feucht genug ist. Schnell wachsen oft unerwünschte Beikräuter, diese zupfst du einfach, damit deine Pflanzen genügend Nährstoffe erhalten. In stetigen Abständen fördert die Zugabe von Dünger oder Kompost das Pflanzenwachstum.

Wenn deine Pflanzen gesetzt sind, solltest du das Mulchen nicht vergessen – etwas, das ich anfangs sehr unterschätzt habe. Mulchen schützt den Boden vor Wettereinflüssen und hält die Feuchtigkeit.

Ernte und Lagerung

Trotz der etwas stiefmütterlichen Pflege meines Gartens lief dieses Jahr erfolgreicher als das letzte. Das Beste am Gärtnern sind die ersten Früchte seiner Arbeit zu ernten. Bei uns war das die Ernte der ersten Kopfsalatblätter für unser Sandwich, selbst mein großer Knirps war total begeistert davon. Den größten Teil unserer kleinen Ernte haben wir gleich so genascht, dass nicht viel übrig blieb zum Verarbeiten oder Lagern.

 

 

Gärtnern ist eine sinnvolle Beschäftigung, die mitunter recht unterhaltsam und lohnend ist. Das Motivierende am Gärtnern ist, wenn es dieses Jahr nicht so funktioniert hat wie gewünscht, gibt es immer noch ein nächstes Jahr.

Wie sieht es jetzt mit deinem Garten aus? Willst du selbst einen anlegen oder hast du schon einen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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