Die verschiedenen Arten, Gärten anzulegen beschäftigen mich, seitdem ich begonnen habe, einen eigenen Garten zu bewirtschaften. Jetzt wo die Tage wieder kürzer werden, habe ich mehr Zeit mich ein wenig mehr mit der Theorie und Geschichte zu beschäftigen. Ich habe für euch einige Informationen zusammengetragen wie in der Vergangenheit Gärten angelegt wurden. Beginnen möchte ich mit den Victory Gardens.

Victory Gardens, War Gardens oder auch Food Gardens for Defense genannt (frei übersetzt: Siegesgärten, Kriegsgärten, Verteidigungsgärten) wurden im ersten und zweiten Weltkrieg auf öffentlichem und privaten Gelände angelegt, um den Druck der Nahrungsversorgung der Bevölkerung zu reduzieren und gleichzeitig Erzeugnisse von Bauernhöfen und Erzeugern direkt an die Soldaten an der Front zu schicken. Züge und LKWs wurden gebraucht, um Soldaten zu transportieren, so wurden die Menschen vorwiegend von regionalen Erzeugnissen ernährt.

Der historische Hintergedanke dieser Gärten war die Stärkung der Moral. Die gesamte Familie verbrachte Zeit sinnvoll miteinander und konnte aus eigener Kraft etwas schaffen, sich selbst ernähren. Sie konnten die Früchte ihrer Arbeit wortwörtlich ernten. Auffällige Poster der Regierungen regten dazu an, einen eigenen Garten anzulegen.

Das Victory Garden Programm wurde von Herbert Hoover entwickelt und ermutigte Amerikaner mehr selbst zu produzieren und weniger zu konsumieren, minimalistischer zu leben. Dadurch konnte weitestgehend verhindert werden, dass Lebensmittel während des Krieges rationiert werden mussten.

Im ersten und zweiten Weltkrieg wurden ca. 20 Millionen Victory Gardens in den USA gepflanzt, etwa 40 Prozent der amerikanischen Bevölkerung wurde mit diesem Gemüse ernährt. Zu dieser Zeit lebten etwa 132 Millionen Einwohner in den Staaten. Das Victory Garden Programm von San Fancisco war eines der größten im ganzen Land. Über 800 Gärten sind allein im Golden Gate Park angelegt worden. Viele öffentliche Flächen wurden umgepflügt und zu Gärten umgewandelt, um ausreichend Nahrung für die Bevölkerung und die Soldaten zu produzieren.

Selbst Schulen bauten Lebensmittel in Schulgärten an und konnten somit ihre Schüler versorgen.

Die US-Regierung hat sogar Kochbücher gedruckt, in denen erklärt wurde, wie aus selbst angebautem Gemüse nahrhafte Gerichte werden. Überschüssiges Gemüse wurde eingemacht und stellte die Nahrungsversorgung im Winter sicher.

Die Auswahl an Gemüsesorten wurde nicht nach gutem Geschmack ausgewählt, sondern welche Sorten sättigten und ausreichend Nährstoffe besaßen, schließlich war es die Notversorgung im Krieg.

Anbauempfehlungen des britischen Agrarministerium bestanden aus folgenden Sorten:

  • Gruppe A Kartoffeln und Wurzelgemüse wie z. B. Karotten und Pastinaken
  • Gruppe B Winter- und Frühlingsgemüse wie Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, rote Bete und Steckrüben
  • Gruppe C diverse Pflanzen wie  Erbsen, Bohnen und Zwiebeln

Diese wurden in Reihen hintereinander angebaut um den vorhandenen Platz so gut wie möglich nutzen zu können.

Diese Art des Gemüseanbaus findet in der Moderne wieder Anhänger. Einerseits wird diese Tatsache in der eigenen Unabhängigkeit von der betrieblichen Nahrungsmittelherstellung  begründet, andererseits verleiten steigende Lebensmittelpreise dazu, eigenes Obst und Gemüse anzubauen.

 

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